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Trumau wird Niederösterreichs erste „Bienenfreundliche Gemeinde“
GLOBAL 2000 unterstützt Trumau bei Pestizidreduktion und Bienenschutz


Biene

Gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 geht die Marktgemeinde Trumau als Vorreiter in Niederösterreich den Schritt, Bienen umfassend zu schützen. Dies bedeutet, chemisch-synthetische Pestizide im Gemeindegebiet drastisch zu verringern, den Bienen ein vielfältiges Nahrungs- und Nistplatzangebot zu bieten und alle Player mit ins Boot zu holen, von Privatgärten angefangen über die Landwirtschaft bis zu Schulen, Gaststätten und Lebensmittelgeschäften. Alle können beitragen, um die Artenvielfalt in ihrer Gemeinde zu bewahren.

Jetzt summen sie wieder, die Mauerbienen, Waldhummeln, Wollbienen oder die Schneckenhausbienen. Bei Bienen denken die meisten zuerst einmal an die Honigbiene, aber neben der allseits bekannten fleißigen Pollen-Sammlerin gibt es in Österreich fast 700 verschiedene Wildbienen Arten. Dr. Waltraud Novak, Pestizid-Expertin von GLOBAL 2000, unterstreicht jedoch, dass in den letzten Jahrzehnten ein dramatischer Rückgang der Wildbienen in ganz Europa zu verzeichnen ist: „Viele der Bienenarten in Europa und Österreich gelten derzeit als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Neben dem Einsatz von Pestiziden macht den Bienen vor allem die Versiegelung von Böden und die 'Bereinigung' der Landschaft und der Gärten zu schaffen. Bienen finden heutzutage nicht mehr genug Nahrung und Nistplätze.“

Lobby für die Wildbienen

Deshalb hat sich die Gemeinde Trumau entschlossen, aktiv zum Schutz der Bienen beizutragen, wie heute in einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurde. Bürgermeister Andreas Kollross ist von dem Projekt begeistert: „Wildbienen haben keine Lobby. Daher wird Trumau zur ersten niederösterreichischen 'Bienenfreundlichen Gemeinde'. Wir werden gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die verschiedensten Bereiche innerhalb der Gemeinde näher beleuchten, in denen wir Maßnahmen zum Bienenschutz und zur Bienenförderung setzen können.“

Folgende Bereiche sollen bienenfreundlicher gestaltet werden:

  • Öffentlicher Raum
  • Lebensmittel (bienenfreundliches Essen)
  • Einzelhandel (bienenfreundlich Einkaufen)
  • Private Gärten (bienenfreundlich Garteln)
  • Landwirtschaft (bienenfreundlicher Anbau)

„Bienenfreundlich“ bedeutet dabei einerseits der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und andererseits die Förderung der Vielfalt, sei es nun durch bienenfreundliche Blühwiesen statt einheitlichen Blumenrabatten oder durch „wilde Ecken“ in Parks und Privatgärten statt „sterilem“ Englischen Rasen. Das Basteln von „Insektenhotels“ mit Schulkindern gehört genauso dazu wie die Erhöhung des Angebots an regionalen österreichischen Bio-Lebensmitteln in Schulküchen, Restaurants und Geschäften.

Seit 2 Jahren kein Glyphosat mehr in Trumau

Kollross erzählt: „Unsere Gemeinde hat bereits vor 2 Jahren beschlossen, auf allen Gemeindeflächen gänzlich auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu verzichten. Nun sollen gemeinsam mit GLOBAL 2000 innovative Lösungen erarbeitet werden, damit das Ortsbild bunt und vielfältig wird, während gleichzeitig Gefahren oder Unannehmlichkeiten für die BewohnerInnen vermieden werden wie z.B. Rutschgefahr durch Moos.“

Zuständig für das Projekt seitens der Gemeinde wird die geschäftsführende Gemeinderätin Mag. Kerstin Bieringer. Gemeinsam mit vielen anderen Engagierten will sie den Prozess, Trumau zur ersten Bienenfreundlichen Gemeinde Niederösterreichs zu machen, leiten und lenken. „Vor allem geht es uns darum Bewusstsein zu schaffen. Die Hälfte der Trumauer Bevölkerung wohnt nicht im großvolumigen Wohnbau. Wir wollen aktiv auf die Gärtner im eigenen Garten zugehen. Unter anderem arbeiten wir mit GLOBAL 2000 auch eine Infobroschüre aus, die wir kostenlos zur Verfügung stellen werden.“

Pestizidreduktion zum Schutz aller Trumauer

Die Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden trägt zum Schutze aller bei. Zum Schutze der Bevölkerung, aber auch insbesondere von GemeindearbeiterInnen, wie auch von Haustieren. Durch den Pestizidverzicht werden außerdem Gewässer, Böden und die Artenvielfalt im Allgemeinen geschützt.

Novak abschließend: „Dass Trumau als erste niederösterreichische Gemeinde aktiv Bienenschutz betreibt ist auch für GLOBAL 2000 ein großer Erfolg. Wir wünschen uns im Namen der Wildbienen viele Nachahmer in ganz Niederösterreich!“