Geschichte

wappen

Erklärung des Ortsnamens
 
Trumau an der Triesting liegt ungefähr an jener Linie, die den trockeneren (südwestlichen) Teil des Wiener Beckens vom feuchteren (nordöstlichen) trennt. Die Lage an dieser "Übergangszone" erklärt vielleicht den Ortsnamen, denn das mittelhochdeutsche Wort „drum“ bedeutet „Endstück“. Hier also Endstück einer Aulandschaft.
 
 In sämlichen alten Urkunden taucht bereits der heutige Ortsname in ähnlicher Form auf: Trumowe (1137/40), Drumau (1139), Drumawe (1178). Drumowe (1233 und 1294), Drumbuowe (1303/06), Drumenaw (1340), Drumpnaw (1380), Drumpnow (1388), Trumaw (1463), Thrumbaw (1548). Und auch der Volksmund sprach von „drumðo“.


Erklärung des Gemeindewappens 
 In einem blauen Schild eine zum Schwur bereite naturfarbene Hand, die über zwei gekreuzten silbernen Hämmern schwebt.“ Das Marktwappen zeigt somit zwei hervortretende Elemente: Die Schwurhand soll an den Eid des Babenberger Markgrafen Leopold IV. erinnern, Trumau dem Stift Heiligenkreuz zu schenken. Die Hämmer aber tragen der Entwicklung in den letzten beiden Jahrhunderten Rechnung und weisen auf die Bedeutung von Industrie und Gewerbe im Orte hin. Verleihung: 1971


Geschichtliche Entwicklung

1138
 
Die Gründung von Trumau fällt in das Hochmittelalter. Der Babenberger Leopold IV. trachtete, das von seinem Vater Leopold III. (dem Heiligen) gegründete Stift Heiligenkreuz lebensfähig zu machen. Aus diesem Grunde hat er es mit verschiedenen Gütern ausgestattet. Trumau gehörte dazu. Der damals dem Kloster vorstehende Abt Gottschalk ließ sich 1138 diese Schenkung mit feierlichem Eide bekräftigen. Die Schwurhand im Trumauer Marktwappen weist auf dieses bedeutende Ereignis hin, das am Beginn der jahrhundertelangen Verbundenheit des genannten Stiftes mit Trumau stand.

13. Jahrhundert
 Bald nach dem Tod des ersten in Österreich regierenden Habsburgers Rudolf war Trumau bereits ein stattlicher Ort. In den Quellen werden eine Mühle und fast 40 Ganz- bzw. Halblehen angeführt. Die folgenden Jahrzehnte brachten viel Elend über Land und Leute. Eingefallene Heuschreckenschwärme fraßen alles kahl und lösten Hungersnöte aus, die Pest wurde eingeschleppt und dezimierte die Einwohnerschaft, die zahlreichen Fehden und Kriege des Spätmittelalters trugen das ihre zum Leid und zur Not der Bevölkerung bei. Doch während einige Nachbarorte verödeten, überlebte Trumau diese Krisenjahrzehnte. Allerdings ließen Glaubensspaltung und Türkenansturm den Ort vorerst nicht zur Ruhe kommen und forderten weitere Opfer.

1588
 Unterdessen war nach dem Loslösen von der Mutterpfarre Traiskirchen eine eigene Pfarre Trumau gegründet worden. 1588 konnte die erste Pfarrkirche im Ort eingeweiht werden. Diese, sowie das noch ältere Schloss gingen zugrunde, sind allerdings als Renaissancebauten wiedererrichtet worden. Viele Persönlichkeiten, so Kaiser Leopold I., weilten immer wieder gerne hier, vor allem, um sich in der Umgebung dem Jagdvergnügen zu widmen.

1614
 Bereits in diesem Jahr ist in Trumau ein Schulmeister nachweisbar, die Einrichtung der Schule selbst dürfte auf die Pfarrgründungszeit zurückgehen.

ab 1675
 Das Stift Heiligenkreuz ist die alleinige Grund-, Orts- und Konskriptionsobrigkeit von Trumau. Im Zusammenhang mit den revolutionären Ereignissen 1848/49 ging diese wohl offiziell zu Ende, doch ist es sicher nicht übertrieben, wenn von einer Verbindung zwischen den beiden bis in die heutige Zeit gesprochen wird.

19. Jahrhundert
 
Im vergangenen Jahrhundert hat die Industrialisierungswelle das gesamte Wiener Becken umfasst. Neben dem konkurrenzlos dastehenden Mühlenbetrieb spielte in Trumau vor allem die Textilindustrie jahrzehntelang eine beachtenswerte Rolle. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

ab 1955
 
Anknüpfend an die Siedlungstätigkeit der Ersten Republik, begonnen mit der Errichtung der "Nebenerwerbssiedlung", konnte sich die Gemeinde rasch vergrößern. Landwirtschaft und Weinbau hatten längst das Tief überwunden und neues industrielles Leben zog in den Ort ein. Die beiden Hämmer im Marktwappen sollen das dokumentieren. Innig verbunden mit dem wirtschaftlichen Aufstieg sind die zahlreichen sozialen Leistungen der Gemeinde.

1971
 In Anerkennung aller Tätigkeiten wird Trumau mittels Gesetzesbeschluss des Landtages zum Markt erhoben.

ab 1976
 Ausbau des Erdgasnetzes und von 1985 - 1993 Verlegung des Abwasserbeseitigungssystems.

1992
 Nach Fertigstellung des Abwasserbeseitigungssystems und des parallel dazu laufenden Neubaues sämtlicher Straßen konnten nach finanziell schwierigen Jahren endlich andere Vorhaben in Angriff genommen werden. In diesem Zusammenhang wurde die Gemeinde im Jahre 1992 für die Errichtung eines Radweges entlang der Triesting vom Kuratorium für Verkehrssicherheit als Vorbildgemeinde ausgezeichnet.

1997
 
Trumau erlebt die schwerste Hochwasserkatastrophe der letzten 30 Jahre. Durch den Bau der A3 Südostautobahn wurden an der Ortsgrenze zu Münchendorf prähistorische Funde entdeckt. Für die Besichtigung der ausgegrabenen Relikte wird die Errichtung eines Museums im Schloss Trumau in Angriff genommen. Mittlerweile ist das Museum in Räumlichkeiten des Sozialzentrums übersiedelt.

2000
 
Das neu erbaute Rathaus  in der Kirchengasse kann seiner Bestimmung übergeben werden. Am 14. Juli wird unsere Gemeinde von einem Erdbeben der Stärke 4,6 nach der Richterskala erschüttert. Neben zahlreichen Privathäusern werden auch einige kommunale Einrichtungen, vor allem aber die Volksschule erheblich beschädigt.

2002
 
Im September werden die neu errichteten Gebäude Bauhof und Feuerwehrhaus in der Bahnstraße übergeben. Ein Babenberger Bildstock wird mit Schlierbacher Glasbildern, die Leopold III, Leopold IV und Bischof Otto von Freising zeigen, und mit einer Photovoltaikbeleuchtung am Rad-Gehweg Richtung Oberwaltersdorf übergeben.

2003
 
Die Aufbahrungshalle am Gemeindefriedhof wird saniert und der Vorplatz überdacht.

2004
 
Die steigende Nachfrage für eine Kindernachmittagsbetreuung veranlasste den Gemeinderat zum Beschluss für den Neubau eines Hortes. Fast gleichzeitig wird von der Gendarmerie der Wunsch nach einem neuen den zeitgemäßen Anforderungen entsprechenden Posten geäußert. Nach einjähriger Bauzeit können beide Objekte – welche an das Volksschulgebäude anschließen – im September übergeben werden.

2006
 
Die Kleingartenanlage wurden verlegt und 42 neue Kleingärten mit moderner Infrastruktur in der verlängerten Hanuschgasse im August übergeben. Am 24. September wird das nach neuesten Erkenntnissen errichtete Sportzentrum mit Hauptspielfeld, Trainingsplatz und Halle der Öffentlichkeit übergeben.

2007 
 Die renovierte Dreifaltigkeitssäule wurde im Mai am neuen Standort in der Kirchengasse feierlich übergeben. Im Oktober wurde das ASKÖ Bewegungscenter und das Biomasse-Heizwerk eröffnet. Die örtliche Straßenbeleuchtung wurde zur Gänze auf Natriumdampflampen umgestellt. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung.

2009
 Nach einem langjährigen Rechtsstreit konnte dieser positiv abgeschlossen und im September eine Apotheke im Sozialzentrum für die Bevölkerung eröffnet werden. Das Internationale Theologische Institut nahm im Oktober im Schloss ihre Lehrtätigkeit auf.


Bürgermeister seit 1945: 

  • Hans Unger 1945 - 1947
  • Josef Cerveny 1947 - 1965
  • LAbg. a. D. Johann Wedl 1965 - 1988
  • Manfred Horvath 1988 - 1998
  • Abg. z. NR Otto Pendl 1998 – 2013
  • Abg. z. NR Andreas Kollross seit 2013